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„Ich höre doch alles – die anderen sprechen nur so undeutlich!“

  • 12. Juli
  • 3 Min. Lesezeit


Diesen Satz höre ich in meinem Alltag als Hörakustikerin sehr häufig.

Viele Menschen kommen zu mir und sagen: „Mit der Lautstärke habe ich eigentlich kein Problem. Ich höre alles – nur die anderen nuscheln irgendwie.“


Doch tatsächlich liegt die Ursache meist nicht bei den anderen.



Hören und doch nicht verstehen- damit sind sie nicht allein!



Wenn aus einem Gespräch ein Lückentext wird



In den meisten Fällen beginnt ein Hörverlust schleichend. Betroffen sind zunächst die hohen Töne. Genau dort liegen jedoch viele Sprachlaute wie S, F, T, K oder Sch.


Die Stimme ist also durchaus laut genug – aber einzelne Buchstaben oder Silben kommen nicht mehr vollständig im Gehirn an.


Stellen Sie sich vor, Sie lesen einen Satz, in dem immer wieder Buchstaben fehlen:

„Ich ö_te do_h al_es, a_er i_h ve_ste_e ni_ht je_es Wor_.“


Mit etwas Konzentration können Sie den Satz wahrscheinlich trotzdem verstehen. Ihr Gehirn ergänzt die fehlenden Informationen automatisch.


Genauso funktioniert Hören bei einer beginnenden Schwerhörigkeit. Das Gehirn gleicht die fehlenden Sprachinformationen aus – solange die Bedingungen gut sind.



Warum Gespräche in Ruhe oft noch funktionieren.








Zu Hause am Küchentisch oder im ruhigen Wohnzimmer klappt die Unterhaltung häufig noch erstaunlich gut.


Man kennt die Stimme des Gesprächspartners, kann sich konzentrieren und das Gehirn ergänzt die fehlenden Informationen.


Anders sieht es im Restaurant, beim Familienfest oder im Café aus.

Mehrere Menschen sprechen gleichzeitig, Geschirr klappert, Musik läuft im Hintergrund – plötzlich reicht das Ergänzen nicht mehr aus. Gespräche werden anstrengend, Antworten kommen verzögert oder man nickt einfach, obwohl man nicht alles verstanden hat.


Viele Betroffene sagen dann:

"Ich höre alles – ich verstehe nur nichts."



Und genau das beschreibt den Unterschied zwischen Hören und Verstehen.



Was passiert eigentlich im Ohr?



Die häufigste Ursache für diese Art des Hörverlustes liegt im Innenohr.


Dort befinden sich Tausende winziger Haarzellen. Sie wandeln Schall in elektrische Signale um, die anschließend an das Gehirn weitergeleitet werden.


Im Laufe des Lebens können diese empfindlichen Haarzellen geschädigt werden – zum Beispiel durch regelmäßige Lärmbelastung, den natürlichen Alterungsprozess oder andere Einflüsse.


Das Tückische daran: Sind Haarzellen einmal zerstört, wachsen sie nicht wieder nach.



Können Hörgeräte das reparieren?



Diese Frage wird mir oft gestellt.

Die ehrliche Antwort lautet: Nein.


Ein Hörgerät kann geschädigte Haarzellen nicht heilen oder ersetzen.

Was moderne Hörgeräte jedoch hervorragend können, ist, die Frequenzen gezielt zu verstärken, die nicht mehr ausreichend wahrgenommen werden.


Dadurch werden die noch funktionierenden Haarzellen optimal stimuliert und können die fehlenden Informationen wieder besser an das Gehirn weitergeben.

Das Ziel ist dabei nicht, alles einfach lauter zu machen.


Moderne Hörgeräte sorgen vielmehr dafür, dass Sprache wieder klarer und verständlicher wird – und das möglichst bei einer angenehmen, natürlichen Lautstärke.



Je früher, desto besser.



Viele Menschen warten viele Jahre, bevor sie ihr Gehör überprüfen lassen.

In dieser Zeit muss das Gehirn immer mehr fehlende Informationen ergänzen. Das kostet Energie und kann dazu führen, dass Gespräche zunehmend anstrengend werden.

Je früher ein Hörverlust erkannt wird, desto besser kann das Gehör unterstützt werden. Moderne Hörgeräte helfen dabei, Sprache wieder besser zu verstehen und aktiv am Alltag teilzunehmen – ohne dass alles einfach nur lauter wird.



Haben Sie sich in diesem Artikel wiedererkannt?



Wenn Sie häufiger das Gefühl haben, dass andere Menschen undeutlich sprechen, Gespräche in Gesellschaft anstrengend werden oder Sie ständig nachfragen müssen, lohnt sich ein Blick auf Ihr Gehör.


In meinem Fachgeschäft gut gehört hörakustik in Hockenheim nehme ich mir Zeit für Sie. Mit einer ausführlichen Höranalyse finden wir gemeinsam heraus, wie gut Sie hören und ob ein Hörverlust die Ursache für Ihre Schwierigkeiten ist.


Anschließend besprechen wir in aller Ruhe, welche Möglichkeiten es gibt – verständlich, ehrlich und ohne Zeitdruck.


Vereinbaren Sie gerne einen Termin oder besuchen Sie mich in der Ottostraße 24 in Hockenheim. Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen und Sie auf dem Weg zu besserem Hören zu begleiten.

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